Gotha. Austragungsort der deutschen Meisterschaften der Masters-Leichtathleten war die Thüringer Stadt Gotha. Mit dabei der vielfach dekorierte Seniorensprinter Zygmunt (Siggi) Bogdan von der LAV Stadtwerke Tübingen, gemeldet gleich über die vier Sprintdisziplinen. Am Freitag gings mit den 300 Meter Hürden los. Siggi Bogdan, im ersten Jahr der M75 (Jahrgang 1950) wollte gleich beim Einstieg über diese Disziplin eine gute Zeit laufen, was auch gelang. Beim Einlaufen über eine Hürde hatte er sich leider noch das Knie angehauen. Mit über 5 Sekunden Vorsprung gewann er in 55,70 Sekunden gleich sein erstes Rennen über die 7 Hürden (68 cm hoch).
Am Samstag gings dann über die 100 Meter. Denkbar knapp, nur 4 Hunderstel trennten die ersten beiden, musste er sich dem Pfälzer Jürgen Freymuth (Jg. 1949, 14,78) geschlagen geben. Bogdans Zeit: 14,82 Sekunden, damit holte er Silber. Am Abend dann die Stadionrunde über 400 Meter. Siggi startete auf Bahn 4, zwei Mann vor ihm und zwei dahinter. Schon früh hatte er die beiden Gegner auf den Aussenbahnen eingeholt und dann voll durchgezogen. In 71,91 gewann er das zweite Gold vor dem 100 Meter Sieger Freymuth (77,24) deutlich.
Am dritten Tag kam dann der 200 Meter Wettbewerb als Abschluß: Wieder war Jürgen Freymuth sein stärkster Gegner. Erst in der letzten Phase des Rennens kurz vor der Ziellinie überholte der LAV Sprinter den Konkurrenten. Am Ende trennten winzige 5 Hundertstel die beiden. Bogdan holte sein drittes Gold in 30,75. „Drei Titel und ein zweiter Platz, damit habe ich nicht gerechnet“, lautete das freudige Fazit des Tübingers zum Abschluss der Meisterschaften. Am Tag danach merkte er die Belastungen deutlich. „Heute hätte ich nicht mehr laufen können. Jetzt ist erstmal Erholung angesagt und dann im Oktober in Madeira bei der EM mit neuem Schwung durchstarten“, lautete sein Fazit.

Aus dem Bereich Wurf von der LAV am Start: Paul Emck (LAV, M55). Noch vor wenigen Wochen Mitte Juli hatte er einen Trainingsunfall mit Großzehenbruch, erst vor einer Woche passte er wieder in seine Wurfschuhe rein. Mit dem 1,5 Kilo Diskus schaffte er 42,80 Meter und war damit Silbermedaillengewinner und hochzufrieden angesichts seiner unglücklichen Vorbereitung. „Ich bin einfach froh, dass ich überhaupt im Ring stehen konnte“, lautete das Fazit des 57-jährigen. Auch Paul Emck will im Oktober bei der EM auf Madeira dabei sein.

