Valencia/Spanien. Anstatt wie immer am ersten Dezemberwochenende einzigartige 21 Km durch den Schönbuch beim itdesign-Nikolauslauf zu laufen, machte sich dieses Jahr eine größere Delegation von LAV-Läufern und Läuferinnen auf in die selbsternannte „Stadt des Laufens“ nach Valencia. Dort traf man dann tatsächlich bereits am Flughafen und auch das ganze Wochenende über in der Stadt an jeder Ecke auf eine beträchtliche Anzahl an Läufern. Aufgrund des Rufs als sehr schnelle Strecke waren die 36.000 Startplätze zumindest in Rekordgeschwindigkeit ausgebucht. Am Start waren auch eine beträchtliche Anzahl an Topläufern. Aus deutscher Sicht versprach dabei insbesondere das Duell um den deutschen Rekord von Samuel Fitwi und Amanal Petros Spannung. Insgesamt war das Läuferfeld sehr international, allein aus Frankreich waren über 5.000 Starter gemeldet, die man bereits am Samstag in teils riesigen Gruppen beim Shake-out-run im Turia-Park, dem grünen Band, welches sich durch Valencia zieht, beobachten konnte.
Am Renntag füllten sich bis 8:15 Uhr auch die vorderen Startblöcke mit sehr vielen schnellen ambitionierten Freizeitläufern. Insgesamt finishten 30.700 Teilnehmer. Daher war es auf der Strecke nach dem Startschuss auf den ersten 6 bis 7 Kilometern auch eng, weshalb ein freies Laufen sich zunächst eher schwierig gestaltete. Insbesondere an der ersten Wasserstation kam es zu einem ziemlichen Gedränge. Das Wetter war mit Temperaturen zwischen 14 und 20 Grad für die Jahreszeit ungewöhnlich warm.
Trotzdem waren die Bedingungen noch recht gut, da die Sonne eher tief stand und man häufig im Schatten der Häuserschluchten unterwegs war. An der Strecke standen auch immer wieder jede Menge Menschen, die die Läufer anfeuerten. Immer wieder standen auch Trommelgruppen an der Strecke, die unermüdlich für Stimmung sorgten. Ein absolutes Highlight waren die letzten zwei Kilometer, die durch ein enges Spalier tausender Menschen führten, ehe man auf die ikonische Zielgerade vor dem von Architekt Santiago Calatrava entworfenem „L‘Hemisféric“ in der „Stadt der Künste und Wissenschaften“ einbog.
Die 25-jährige Jule Vetter, die im Elitestartblock gestartet war, kam in 2:42:18 als schnellste deutsche Läuferin beim Valencia Marathon ins Ziel. Martin Rapp gewann, nachdem er in der Vorbereitung zunächst noch von Verletzungspech geplagt war, in guten 2:57:13 die M-65-Wertung des Marathons. Sven Meier (M 45) erreichte das Ziel in 2:50:19, Thorsten Haasis (M 55) in 2:53:20, Jürgen Ehret (M 60) in 3:02:09 und Stefan Fahrion (M 50) in 3:07:07. Silke Holzmann (W 55), die am Wochenende zuvor erkrankt war, erholte sich noch rechtzeitig und schaffte es in 3:31:07 ins Ziel, gefolgt von Heidrun Vetter (W 60) in 3:44:51.
Verletzungsbedingt leider nicht starten konnte Philipp Klocke, der die Tübinger Truppe als Supporter begleitete. Seinem Ruf als schneller Marathon wurde der Lauf auch 2025, indem neben dem deutschen Rekord von Amanal Petros neun weitere nationale Rekorde (Japan und Norwegen bei den Männern, Belgien, Finnland, Australien, Österreich, Nepal und Tschad bei den Frauen) und die Weltjahresbestzeit der Frauen erzielt wurden, gerecht.
Über 500 Läufer und Läuferinnen kamen unter 2:30 h ins Ziel, mehr als 5.500 unter 3 Stunden. Es gab auch eine Menge Betrüger, die von den insgesamt 10 Zwischenzeiten nur wenige Zeiten nachweisen konnten und trotzdem über die Ziellinie liefen. Trotzdem: Dieses Niveau in der Breite dürfte einzigartig sein. Nach dem Lauf genossen die Tübinger dann mit Recovery-Getränken und bester Verpflegung noch die wärmende Sonne auf der von New Balance gesponsorten After-Race-Party auf dem ebenfalls von Calatrava erdachten „Sonnendach-Gebäude“, die ein weiteres Highlight der Veranstaltung war.
Insgesamt war der Marathon für alle Tübinger in der Gruppe mit viel Team-Spirit ein gelungenes und schönes Event, welches ihnen nachhaltig positiv in Erinnerung bleiben wird.
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