Sevilla. Beim traditionsreichen Maratón de Sevilla hat Massimiliano „Max“ Rea ein weiteres sportliches Ausrufezeichen gesetzt. In 2:59:35 Stunden blieb der Läufer zum zweiten Mal unter der magischen Drei-Stunden-Marke – und erfüllte sich damit einmal mehr den Traum von der „Sub 3“.

Gänsehaut-Atmosphäre in Andalusien
„Ein einfach fantastisches Erlebnis!“, schwärmte Rea nach dem Rennen. Die spanische Metropole (knapp 700.000 Einwohner), dort wo Christoph Kolumbus begraben liegt, präsentierte sich als perfekte Gastgeberin: Tausende Zuschauer sorgten entlang der Strecke für eine mitreißende Stimmung. „Die Spanier wissen, wie man feiert“, sagte er lachend.
Der Start gestaltete sich allerdings schwierig. Inmitten riesiger Menschenmassen war es zunächst nicht leicht, den eigenen Rhythmus zu finden. Erst nach einigen Kilometern lichtete sich das Feld etwas – wobei es bis ins Ziel hinein voll blieb. Die Strecke in Sevilla gilt als besonders flach und schnell, ideale Voraussetzungen also für ambitionierte Zeiten.
Der Kampf um die Sekunden
Reas Ziel war klar definiert: die „Sub 3“. Dass er diese Marke erneut unterbieten konnte, erfüllt ihn mit großem Stolz. „Das ist absolut kein Selbstläufer. Ich habe heute wirklich alles gegeben, was in mir steckte“, betonte er.
Die Bedingungen waren zu Beginn nahezu ideal. Erst in den letzten 20 Minuten stiegen die Temperaturen spürbar an. Ab Kilometer 36 forcierte Rea noch einmal das Tempo und versuchte, progressiv zu beschleunigen. Bis Kilometer 40 sah alles nach einer neuen persönlichen Bestzeit aus. Doch dann wurden die Beine schwer.
Besonders der Schlussteil verlangte den Athleten alles ab: Das berüchtigte Kopfsteinpflaster im Zielbereich wurde für die ohnehin müden Beine zum echten „Knochenjob“. Am Ende fehlten lediglich 17 Sekunden zur neuen PB – ein Wimpernschlag über die klassische Marathondistanz von 42,195 Kilometern. Seine PB errreichte er in Frankfurt im Oktober 2025: 2:59:18.
Stolz trotz schwerer Beine
„Muskulär bin ich gerade ziemlich am Ende, aber das Grinsen bekommt man so schnell nicht aus meinem Gesicht“, resümierte Rea. Die erneute Bestätigung unter drei Stunden sei Lohn harter Trainingsarbeit – und bleibe eine besondere Marke im Marathonlauf.
Wie geht es weiter?
Nach der intensiven Belastung steht zunächst Regeneration auf dem Programm. Doch die nächsten Ziele sind bereits im Blick. Eine Option ist ein Start bei den Deutschen Meisterschaften im März in Frankfurt gemeinsam mit seinem Team von der LAV Stadtwerke Tübingen – ein mögliches Mannschaftserlebnis mit besonderem Reiz.
Alternativ könnte Rea den Fokus auf kürzere Distanzen legen, etwa bei einem 10-Kilometer-Lauf in Calw, um gezielt an seiner Grundschnelligkeit zu arbeiten.
Die Entscheidung will er in den kommenden Tagen treffen. Sicher ist nur: Nach Sevilla ist die Motivation größer denn je – und die „Sub 3“ bleibt für Max Rea mehr als nur eine Zeit. Sie ist ein Versprechen an sich selbst.

