Während der Anfahrt zu unserer Wanderung am 1. März wurde es unter der Wolkendecke immer dunkler und der Regen schien laufend zuzunehmen. Mit Regenschirmen und Regenjacken machten sich die 10 gut gelaunten Teilnehmer nach der Ankunft in Rechtenstein an der Donau auf den Weg ins Braunsel- und Donautal.
Auf einem schönen Pfad an Felsen entlang ging’s zuerst flussaufwärts, bis wir die Braunsel, einen kurzen Nebenflüsse der Donau, auf einer kleinen Brücke überqueren konnten. Danach empfing uns Auenwald und Weideland. Abseits vom Weg auf der Karte mussten wir unseren Pfad durch ein Stück Brachland finden, das von vielen kleinen Wasserläufen aus den (angeblich) 32 Braunselquellen durchströmte wird. Über einen letzten Steg gelangten wir schließlich in das von einem Bächlein durchflossene idyllische Felsental. Und schon bald war das schlechte Wetter vergessen- an den Hängen waren alle Märzenbecher aufgeblüht, als läge dort noch Schnee!
Das Tal endet Emeringen, der kleinsten selbstständigen Gemeinde Württembergs. Dort angekommen wandten wir uns vorbei an der St. Josefskapelle zurück in Richtung Rechtenstein und bogen, als wir wieder die Braunselbrücke erreicht hatten, links ab ins waldige Schelmental, an dessen Eingang uns ein blühender Seidelbast empfing.
Am Ende des Tales, nach der Überquerung einer sternförmigen Straßenkreuzung schnauften alle bergauf bis an den Waldrand, dem wir in einem Bogen folgten, bis Unterwilzingen im Lautertal unter uns auftauchte. Nach einem kurzen Halt an dem Kalvarienhain, einem von einer hohen Hecke umgebenen Kreuzweg, stiegen wir hinunter in den Weiler, wo wir unterhalb des Ortes direkt an der munter vorbei rauschenden Lauter an einem Rastplatz beim Brückle unser wohlverdientes Mittagsvesper verzehren durften.
Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert, der Regen hatte aufgehört. Frisch gestärkt ging es jetzt lauterabwärts in Richtung Laufenmühle. Hier konnten wir gleich eine weitere botanischen Rarität bestaunen: den vom Aussterben bedrohten leuchtenden Pilz, den „Zinnoberroten Kelchbecherling“.
Bei der Tuffsteinsäge am Parkplatz ausgangs des Wolfstals angekommen baten wir noch einen freundlichen Wanderer, ein Gruppenbild von uns aufzunehmen, danach überquerten wir die Lauter und stiegen einen steilen Serpentinenpfad hinauf zum Hochberg. Beim Bismarckdenkmal bot sich dort nach dem Verlassen des Waldes ein wunderbarer Blick hinunter auf die Donau und die Klöster Ober- und Untermarchtal. Gut gelaunt (der letzte Anstieg der Tour lag jetzt hinter uns) wanderten wir hinab nach Rechtenstein. Unterhalb der über dem Ort thronenden Burg Rechtenstein hätten wir gerne noch die Geisterhöhle besucht, die war aber leider aus Rücksicht auf die dort überwinternden Fledermäuse geschlossen.
Am Ende der Heimfahrt fand die Wanderung einen angenehmen Abschluss im Bäckstage in Mössingen.

