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DM Halbmarathon: Tübinger rocken Mainmetropole

Verfasst von Gerold Knisel
Laufsport, Laufveranstaltungen
Frankfurt DMHM Gruppe
Großes Team aus Tübingen in der Main Metropole Frankfurt bei der Halbmarathon Meisterschaft. Insgesamt 11 Medaillen und viele gute Leistungen wurden erzielt
Bild: Ripper/Post-SV

Frankfurt/Main. Im Rahmen des Frankfurter Halbmarathons wurden in diesem Jahr auch die Deutschen Meisterschaften über die 21,1 Kilometer ausgetragen – und die Veranstaltung erlebte einen regelrechten Ansturm. Bereits drei Tage nach Öffnung der Anmeldung war das Rennen mit rund 11.000 Teilnehmern ausgebucht. Weitere etwa 1.200 Athletinnen und Athleten gingen im Meisterschaftsfeld an den Start.

Der Lauf begann am Frankfurter Fußballstadion im Süden der Stadt, das mitten in einem großen Waldgebiet liegt. Von dort führte die Strecke zunächst nach Sachsenhausen südlich des Mains, ehe die Läuferinnen und Läufer etwa bei Kilometer zehn durch die Frankfurter Altstadt mit Römer und Paulskirche liefen. Anschließend ging es wieder südlich des Mains über Niederrad zurück zum Ziel – und das befindet sich direkt im Stadion. Der Einlauf in die Arena mit wartenden Fans auf den Tribünen sorgte für eine ganz besondere Atmosphäre.

Aus Tübingen waren mit Athleten der LAV Tübingen und des Post-SV Tübingen knapp 40 Starter vertreten. Viele von ihnen nutzten die Meisterschaften, um ihre persönlichen Bestzeiten anzugreifen – mit großem Erfolg.

Die Gesamtsiege und damit die deutschen Meistertitel gingen an die Favoriten Richard Ringer und Esther Pfeiffer. Ringer gestaltete sein Rennen zunächst kontrolliert und schloss erst bei Kilometer 14 zur Spitzengruppe auf. Dort hatten zuvor auch zwei Tübinger kräftig Tempo gemacht: JP Kisker und Lorenz Baum. Als Ringer schließlich das Tempo verschärfte, konnte jedoch niemand mehr folgen. Er gewann souverän und nutzte den Lauf als Vorbereitung auf den Boston-Marathon Mitte April.

Spannender verlief das Rennen der Frauen. Nur wenige Sekunden trennten Siegerin Esther Pfeiffer von der Tübingerin Antonia Schiel, die mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 1:11:05 Stunden überraschend die Silbermedaille gewann. Gemeinsam mit Hanna Gröber (6. Platz in 1:13:07) und Paula Kling (1:29:32) sicherte sich Schiel zudem Silber in der Teamwertung. Nur acht Sekunden hinter Kling kam Celine Frick bei ihrer ersten Deutschen Meisterschaft ins Ziel. Kurz dahinter folgte Flavia Capitani vom Post-SV Tübingen in 1:29:52.

Auch die Männer der LAV sorgten für einen großen Erfolg: JP Kisker, Lorenz Baum und Christian Reusch holten überraschend Teamgold. Baum sicherte sich zusätzlich Silber in der Altersklasse M35 hinter Richard Ringer. In der Mannschaftswertung der Altersklassen M35/M45 gab es außerdem Bronze für Baum, Marc Ahrend (1:11:01) und Sven Meier (1:16:58). Für Ahrend, der im Rennen lange in der Gruppe um Antonia Schiel lief, war es die erste DM-Medaille.

Ein bekannter Name in der Szene feierte ebenfalls einen Erfolg: Die frühere LAV-Läuferin Sabrina Mockenhaupt-Gregor, inzwischen für Tomerdingen startend, gewann einmal mehr ihre Altersklasse W45 – in starken 1:19 Stunden.

Auch im Seniorenbereich sammelten die Tübinger zahlreiche Medaillen. Nicole Schwindt gewann Gold in der Altersklasse W65. Nach einem zunächst schnellen Beginn stellte sie ihr Rennen taktisch um und konzentrierte sich auf den Klassensieg – mit Erfolg.

In der M65 musste sich Martin Rapp einem starken 2 Jahre jüngeren Konkurrenten aus Bayern geschlagen geben. Der bisher vor allem aus dem Triathlon bekannte Klaus Rohracker aus Burghausen siegte in 1:19:18. Rapp zeigte mit 1:20:30 Stunden im Alter von 67 Jahren dennoch eine herausragende Leistung und gewann Silber. Gemeinsam mit Gerold Knisel (11. M65, 1:32:51) und Walter Johnen (2:06:41, 2. der M80) sicherte er sich außerdem Team-Silber bei den über 65-Jährigen.

Für einen dramatischen Moment sorgte Wolfgang Nehring. Der klare Favorit der M80 lag bis kurz vor Schluss in Führung, stürzte jedoch bei Kilometer 19,6 unglücklich und musste das Rennen blutend aufgeben. Nach einer kurzen Untersuchung im Krankenhaus konnte er glücklicherweise gemeinsam mit Teamkollege Walter Johnen die Heimreise antreten – mit nur einigen Schürfwunden.

Nach längerer Wettkampfpause überraschte Klaas Puls mit Silber in der M50 in 1:14:34 Stunden. Zusammen mit Thorsten Haasis (9. M55 in 1:22:26 Stunden) und Michael Hahn (1:27:48) gewann das Trio Bronze in der Teamwertung der 50- bis 60-Jährigen. Für den 56-jährigen Hahn war es die erste DM-Medaille seiner Laufbahn.

Knapp am Podest vorbei lief Kathrin Ripper, die in der W55 mit 1:34:46 Stunden den vierten Platz belegte – nur 17 Sekunden hinter Bronze und 44 Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit aus dem Jahr 2022 in Freiburg. Einen neuen Versuch möchte sie dort in drei Wochen unternehmen.

Weitere Tübinger Starter waren Niklas Unger, Benjamin Diehl, Martin Jonas, Thomas Stegerer, Bruno Wach, Max Rea, Jens Pruschke, Steffen Geitner, Thomas Bauer, Matthis Synofzyk, Stefan Fahrion und Markus Liebrich.

Insgesamt erreichten rund 10.500 Läuferinnen und Läufer das Ziel im Frankfurter Stadion, darunter etwa 4.000 Frauen.

Für die Tübinger Langstreckler steht bereits die nächste Herausforderung an: Am 12. April werden in Hannover die Deutschen Marathonmeisterschaften ausgetragen. Dort wollen viele der Athletinnen und Athleten erneut angreifen.

Und zwei werden Richard Ringer in Boston beim 130. Marathon begleiten, wenn auch erwartungsgemäß etwas weiter hinten als der deutsche Profiläufer: Thorsten Haasis und Sven Meier wollen dort erstmals dieses Event an der US Ostküste erleben.

🏃‍♂️🏅

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