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Wings for Life Run erstmals auch in Tübingen

Verfasst von Gerold Knisel
Laufsport, Laufveranstaltungen
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knapp 250 Läuferinnen und Läufer starteten erstmals gemeinsam beim Wings for Life Word Run in Tübingen.
Bild: Post-SV

Tübingen. Was 2014 als gemeinsame Idee von Dietrich Mateschitz und dem ehemaligen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner begann, hat sich längst zu einem weltweiten Laufevent entwickelt: der Wings for Life World Run. Auslöser für das Projekt war der Unfall von Kinigadners Sohn Hannes, der seit 2003 im Rollstuhl sitzt. Ziel der Veranstaltung ist es, weltweit Spenden für die Rückenmarksforschung zu sammeln.

13 Jahre später gingen 2026 weltweit knapp 350.000 Läuferinnen und Läufer an den Start – darunter auch Rollstuhlfahrer, wobei ausschließlich alltagstaugliche Rollstühle zugelassen sind. Sieben sogenannte „Flagship Runs“ waren innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Der größte deutsche Lauf fand in München statt. Insgesamt beteiligten sich Menschen aus 195 Ländern an der Veranstaltung.

Erstmals war auch Tübingen mit einem offiziellen App-Run vertreten. Die Idee dazu hatte das Vorstandsmitglied des Post-SV Tübingen, Armin Müller, der den Lauf bereits zu Jahresbeginn anmeldete. Mindestens 100 Teilnehmer hatte sich der inzwischen mehr als 1000 Mitglieder starke Verein als Ziel gesetzt. Am Ende standen knapp 250 Namen auf der Startliste – ein voller Erfolg für die Premiere.

Die Organisatoren legten die Strecke auf einen 3,75 Kilometer langen Rundkurs rund um das Freibad fest. So konnten sich die Teilnehmer bei jeder Runde an Getränkestationen versorgen. Gelaufen wurde mit einer speziellen App auf dem Handy, die die Strecke misst und die Läufer während des Rennens mit individuellen Kommentaren motiviert. Weltweit fiel der Startschuss zeitgleich um 13 Uhr MESZ über die App. Ziel des Rennens ist es, möglichst lange vor dem sogenannten „Catcher Car“ zu laufen, das 30 Minuten nach dem Start losfährt und anschließend stetig schneller wird. Beim Flagship Run in München saß Skirennfahrerin Emma Aicher am Steuer des Verfolgungsfahrzeugs.

Der Post-SV Tübingen stellte bei der Premiere seine große Event-Kompetenz unter Beweis. Helfer entlang der Strecke sowie im Startbereich an der Ehrmannhalle der TSG neben dem Freibad sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Besonders lobende Worte fand Ryan Siebert aus der Marketing-Abteilung von Red Bull, selbst gebürtiger Tübinger: „Großartig, was ihr da auf die Beine gestellt habt.“

Auch der städtische Bauhof und die Stadtgärtner unterstützten die Veranstaltung mit Schotter- und Mäharbeiten entlang der Strecke. Ein Team des DRK war ebenfalls im Einsatz. „Bis auf zwei ausgegebene Kühlpacks war aber nichts los“, berichtete der Einsatzleiter aus Ammerbuch zufrieden.

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Marius Knisel (li) und Reiner Hähnle fuhren die ersten Runden dem Feld voraus.

Sportlich hatten sich einige Teilnehmer ambitionierte Ziele gesetzt. Demian Werminghausen, Marktleiter von Sport Räpple, wollte die 50-Kilometer-Marke angreifen. Unterstützung erhielten die Spitzensportler durch Führungsradler des Post-SV. Lange führte Werminghausen das Feld an, doch Temperaturen von über 20 Grad und strahlender Sonnenschein machten ihm zu schaffen. Nach starken 42,34 Kilometern musste der 38-Jährige wegen Wadenkrämpfen aufgeben – obwohl das virtuelle Catcher Car noch rund fünf Kilometer hinter ihm lag.

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Über 60 Post-SV Mitglieder liefen mit auf der Rundstrecke ums Freibad.

Den Sieg beim Tübinger App-Run sicherte sich schließlich Bastian Meyer vom Post-SV mit 43,91 Kilometern. Platz drei belegte Felix Müller mit 35,53 Kilometern, ebenfalls für den Post-SV unterwegs. Insgesamt stellte der Verein mit 61 Teilnehmern die größte Gruppe des Tages. Bei den Frauen lief Sarah Becker von den Post-SV-Triathletinnen mit 28,1 Kilometern die längste Distanz.

Auch der Vorsitzende Gerold Knisel zeigte sich nach dem Lauf begeistert. Der 68-Jährige lobte die Disziplin der Teilnehmer, die Stimmung entlang der Strecke und das Engagement der zahlreichen Helfer – darunter auch Mitglieder des Tübinger Laufclubs „One More Mile“, die das Warm-up übernahmen. Knisel selbst wurde erst nach 31 Kilometern vom Catcher Car eingeholt und belegte damit Rang vier in Tübingen. Mit einem Schnitt von 4:52 Minuten pro Kilometer erreichte er weltweit Platz zwei seiner Altersklasse – lediglich ein Läufer aus Brasilien kam noch weiter.

Nach der erfolgreichen Premiere war man sich beim Post-SV schnell einig: Der Wings for Life Run soll auch 2027 wieder in Tübingen stattfinden – dann mit noch mehr Teilnehmern und noch mehr Begeisterung.

Bilder im Text: Post-SV
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