Konstantinovy Lázně/Tübingen. Sechs Tage lang nahezu ununterbrochen laufen, nur unterbrochen von kurzen Pausen zum Essen und Schlafen – dieser Herausforderung stellte sich der Tübinger Ultraläufer Dominic Henzler beim K6 Ultra-Lauf-Festival im tschechischen Konstantinovy Lázně, einem 900 Einwohner Dorf unweit der bayrischen Grenze auf der Höhe Bambergs. Nach 144 Stunden auf einer 2,854 Kilometer langen Rundstrecke stand für den Athleten des Post-SV Tübingen erneut der Sieg zu Buche. Insgesamt rannte Henzler 258 Runden.
Bereits zu Beginn des Rennens setzte Henzler ein Ausrufezeichen. Nach 24 Stunden hatte er 182,656 Kilometer zurückgelegt. Nach 48 Stunden standen 316,794 Kilometer auf seinem Konto – mehr als bei seiner bisherigen persönlichen Bestleistung über diese Distanz.

Mit zunehmender Renndauer machten jedoch die hohen Temperaturen dem 35-Jährigen zu schaffen. Besonders am dritten und vierten Tag kosteten die sommerliche Hitze und die Belastungen der langen Wettkampfdauer wertvolle Kilometer. Auch der Angriff auf den deutschen M35-Rekord von 793,400 Kilometern geriet dadurch außer Reichweite. Zusätzlich musste Henzler während des Rennens die Nachricht vom Tod seines Großvaters verarbeiten.
Neben der körperlichen Belastung verlangten auch mehrere Gewitter dem Teilnehmer alles ab. Zeitweise musste das Rennen unterbrochen werden, als Starkregen und Gewitter über das Gelände zogen. Eine wichtige Erkenntnis gewann Henzler zudem bei seiner Schlafstrategie: Während kurze Ruhepausen kaum Erholung brachten, erwies sich eine längere Schlafphase als deutlich effektiver und half ihm, die folgenden Nächte besser zu bewältigen.
Am letzten Wettkampftag entwickelte sich noch einmal ein spannendes Duell mit seinem stärksten Verfolger. In den letzten 90 Minuten erhöhte Henzler das Tempo und konnte seinen Vorsprung entscheidend ausbauen. Als nach 144 Stunden das Signalhorn das Rennende verkündete, standen für ihn 736,33 Kilometer und rund 3.100 bewältigte Höhenmeter zu Buche.
Damit sicherte sich der Tübinger nicht nur den Gesamtsieg, sondern auch seinen zweiten Erfolg beim K6-Sechstagelauf nach seinem Triumph im Jahr 2024. Der zweitplatzierte Slowake Marian Pavuk kam auf 724,92 Kilometer und stellte damit einen neuen slowakischen Landesrekord auf.

Für Dominic Henzler war es ein Rennen voller Herausforderungen – geprägt von Hitze, Gewittern, Schlafmangel und emotionalen Momenten. Am Ende überwogen jedoch die Freude über den Sieg und die Erkenntnis, erneut zu den stärksten Sechstagesläufern Europas zu gehören.

