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Larissa Sauter: "Erst einmal möchte ich einen 6000er besteigen"

602 larissa sauter NLarissa Sauter
vom Mey Post-SV Tübingen hat in Saarbrücken in der
1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga debütiert. Wir haben mit ihr über ihre Leidenschaft für das Bergsteigen, eine überraschende Medaille beim Langdistanz-Debüt und den Traum von Transkontinental-Rennen gesprochen.


 

 

Larissa, du hast in Saarbrücken Mitte September dein Debüt in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga gegeben.

Beim Schwimmen dachte ich, dass ich weiter hinten aus dem Wasser steigen werde. Auf dem Rad war es sehr hart. Der Kurs war sehr bergig, was nicht meine Stärke ist. Das Rennen war eine wertvolle Erfahrung für mich. Ich war bei Tübingen als vierte Frau eingeplant, hatte also keinen Druck, abliefern zu müssen. Ich fand es toll, zusammen mit den anderen Tübinger Mädels im Team starten zu dürfen und mich mit so vielen Profis und Halbprofis messen zu dürfen.

Neben dem Triathlon sind die Berge deine große sportliche Leidenschaft.

Ich bin viel in den Bergen unterwegs, war schon auf dem Mont Blanc (höchster Berg Europas, Anm. d. Red.). Auch bergsteigerisch habe ich noch Ziele.

In Nepal steht mit dem Mount Everest der höchste Berg der Welt.

Erst einmal möchte ich einen 6000er besteigen.

Wie war es, auf dem Mont Blanc zu stehen?

Es war ein bereicherndes Erlebnis. Den Weg nach oben habe ich mir ehrlich gesagt schwieriger vorgestellt. Aber durch meine gute Kondition, die ich durch das Triathlon-Training habe, war es kein Problem. Wir konnten an einem Tag auf den Gipfel und wieder komplett absteigen. An diesem Tag waren wir von morgens um 4 Uhr bis abends um 21 Uhr unterwegs. Der Ausblick auf dem höchsten Berg Europas war atemberaubend.

Bergauf läufst du also gerne, bergauf Rad fährst du nicht so gerne?

Ich fahre auch gerne mit dem Rad bergauf, nur bin ich in der Ebene stärker. Ich bin relativ groß (1,83 m, Anm. d. Red.). Dadurch ist meine Körperkonstitution am Berg nicht gerade vorteilhaft.

Ein Transkontinental-Rennen ist ein Traum von dir.

Ich bin schon in zehn Tagen von Tübingen bis Lissabon gefahren, bis zu 290 Kilometer am Tag haben wir geschafft. Ein Transkontinental-Rennen wäre nun eine Herausforderung. Ich finde es toll, wenn man jeden Tag etwas anders sieht, die Landschaft morgens anders ist als nachmittags. Man erlebt Länder ganz anders als mit dem Auto.

Du hast dich 2019 wieder auf die Kurzdistanz konzentriert. Warum?

Auf der Langdistanz ist man ganz auf sich allein gestellt. Die Bundesliga hingegen ist ein Wettkampf im Team. Man trainiert zusammen und startet zusammen. Der Teamgedanke ist mir wichtig. Zudem bin ich 2019 mit meinem Medizin-Grundstudium fertig geworden und habe mein praktisches Jahr begonnen. Dadurch bin ich zeitlich sehr eingespannt. Zuvor habe ich 20 Stunden die Woche trainiert. Nun waren noch zehn Stunden möglich. Da bieten sich die kürzeren Distanzen an.

Wie groß ist die Doppelbelastung Medizinstudium und Sport?

Das ging ganz gut. Ich konnte mir meine Zeit frei einteilen. Wir sind in Tübingen im Vereinwitzigerweise einige Triathletinnen, die Medizin studieren. Neben mir auch Greta Groten (startet ebenfalls in der 1. Bitburger 0,0% Triathlon-Bundesliga, Anm. d. Red.) und Ilsa Beig (gewann 2019 beim Mey Generalbau Triathlon das Rennen über die Olympische Distanz vor Sauter, Anm. d. Red.).

Mitte November machst du nun dein drittes Stattsexamen.

Genau. Danach möchte ich gerne meine Facharztausbildung beginnen. Trotzdem will ich versuchen, den Sport weiter auszuüben. Meinen Schwerpunkt möchte ich besonders auf die Ligawettkämpfe im Team legen.

Wirst du langfristig auf die Langdistanz zurückkehren?

Zeitnah auf jeden Fall nicht. Der Trainingsaufwand ist zu hoch. Es macht zwar Spaß, aber man muss sich auch sehr disziplinieren und auf das eine oder andere verzichten. Ich war früher Schwimmerin, bin dann über eine Freundin zum Triathlon gekommen und habe nach ein paar Ligawettkämpfen eine Mittel- und dann auch eine Langdistanz gemacht.

Die lief überraschend gut. Du bist 2018 in Hamburg Deutsche Vizemeisterin geworden.

Für mich als Schwimmerin war es erst einmal deprimierend, dass das Schwimmen wegen einer zu hohen Blaualgenkonzentration weggefallen ist. Auf dem Rad lief es sehr gut. Beim Laufen wurde es dann besonders gegen Ende hart. Zum einen bin ich wohl zu optimistisch angegangen und zum anderen ging meine Ernährungsstrategie nicht auf. Dadurch verlor ich auf den letzten zehn Kilometer sehr viel Zeit und leider auch den Titel. Im Ziel war ich mit der Leistung unzufrieden. Mittlerweile sehe ich das Rennen positiver.

Was bedeutet dir die DM-Medaille?

Das Rennen war eine wertvolle Erfahrung. Ich bin stolz auf die Medaille und den Erfolg. Selbst im Alltag denke ich in manchen Situationen: Du hast die Langdistanz geschafft, dann meisterst du diese Situation auch.

Link zum Originalartikel von Thorsten Eisenhofer, Deutsche Triathlon Union, Triathlon Bundesliga

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