Ironmann Europameisterschaft in Frankfurt - Berichte nach 3,8 km Schwimmen, 185 km Radfahren und 42 km Laufen am Main

Teil 1  -  Ein Rookie-Bericht von Jens Pruschke:

Nach einem guten halben Jahr fokussierter Vorbereitung, sollte es soweit sein, dass ich meine erste Langdistanz bestritt. Der Ironman Frankfurt am 8. Juli 2018 war der Wettkampf, den ich mir dazu ausgesucht hatte. Die Woche vor dem Wettkampf war, wie angekündigt, doch auch schon sehr aufregend. Ich fing an die ein oder andere Trainingseinheit in Frage zu stellen und natürlich zwickte es hier und da an verschiedenen Körperstellen.

Jens beim Marathon

Nur nicht vollends verrückt machen war da die Devise. Die vorletzte wichtige Nacht, in der man gut schlafen sollte, so heißt es, verlief nicht wie gewünscht. Wirklich erholt fühlte ich mich nicht. Das Frühstück schmeckte nur halb so gut wie sonst. Dennoch stellte sich nach dem Bike Check-In und dem Blick in die Wettervorhersage wieder ein positives Gefühl und die große Vorfreude ein. Jetzt gab es kein Zurück mehr und alles war gerichtet für meinen ersten „längsten Tag des Jahres“ in Frankfurt.

Um 3 Uhr klingelte der Wecker am Wettkampftag, so dass noch genug gefrühstückt werden konnte, bevor es um 4:30 Uhr mit dem Shuttle-Bus an den Langener Waldsee ging. Die Stimmung dort, bei aufgehender Sonne und wolkenfreiem Himmel, sorgte für weiteres Kribbeln. Nach den letzten Vorbereitungen ging es dann um 6:30 Uhr mit den Profis los.

Ab 6:40 Uhr waren die „Agegroupers“ an der Reihe. Trotz des Rolling-Starts war es im Wasser zu Beginn sehr voll, so dass selbst ich, als eher schlechter Schwimmer, auch mal einen Zug auslassen musste. Die Strecke führte außerdem zum Teil genau in Blickrichtung Sonne, so dass die Orientierung äußerst schwer war. Da war es wieder gut den ein oder anderen Mitstreiter um sich herum zu haben, in der Hoffnung, der weiß schon wo es lang geht. So kam ich dann nach gut einer Stunde und 13 Minuten aus dem Wasser.

Es ging durch den Sandstrand einen kleinen Anstieg hoch zur Wechselzone, in der die Toiletten vor(!) dem Wechselzelt positioniert waren, was sich für mich als Falle herausstellte. Ich musste nämlich. Und selbst als Mann, ist dies mit einem Neo, den man ja, so dachte ich, an der Stelle in der Wechselzone nicht über die Hüfte ausziehen darf, eine kleine Challenge. So kam es, dass ich mir dabei den Reißverschluss meines Einteilers zerrissen habe. Also durfte ich mit einem offenen Triathlonanzug aufs Rad, was natürlich aerodynamisch gesehen hervorragend ist.

Jens auf der RadstreckeDiesen kleinen Frust galt es dann erstmal auf den ersten Kilometern zu verarbeiten. Auch auf der Radstrecke, die dieses Jahr eine Länge von 185km hatte, war es auf der ersten Runde (die Strecke führte zunächst in die Frankfurter City, bevor dann eine ca. 85km lange Runde zweimal gefahren wurde) auch noch ziemlich voll von Athleten, was zur Folge hatte, dass die Fahrt sich eher nach einer RTF als nach einem Einzelzeitfahren anfühlte. Als ich mir mit den ersten Riegeln den Frust über den Reißver-schluss weggegessen habe und der lebhafte Wind von hinten kam stellte sich wieder ein positives Gefühl ein und die Beine machten mit. So konnte ich meine anvisierte Durchschnittsgeschwindigkeit erreichen und war glücklich, als ich in der zweiten Runde den „Heart Break Hill“ hinter mir hatte und es nur noch bergab nach Frankfurt in die zweite Wechselzone ging.

NJens beim Marathon beim Ironman Frankfurtach 5 Stunden und 16 Minuten auf dem Rad erwartete mich dann eine große Party. So würde ich die Rahmenbedingungen des Laufens beim Frankfurt Ironman beschrei-ben. Es galt vier Runden mit gut 10km zu laufen. Die Strecke war fast überall rechts und links voll gespickt mit Zuschauern, die tatenkräftig jeden anfeuerten. Musik wurde an mehreren Stellen gespielt. Einige Freunde und Bekannte von mir waren an der Strecke, was für mich eine besondere Atmosphäre erzeugte.

Die ersten beiden Runden liefen sehr gut, schon fast zu gut, wie sich hinterher herausstellte, denn ab Runde drei konnte ich mein Tempo nicht mehr halten und musste den Voranstrengungen Tribut zollen. Mein Magen wollte nichts Süßes jeglicher Form haben, aber ich wollte Energie egal welcher Form zuführen. Der Magen hat gewonnen. So habe ich mich ab da fast ausschließlich mit Wasser und nur etwas Iso verpflegen müssen. Dies führte natürlich nicht zu einer Leistungs-steigerung, was sich an den Laufzeiten bemerkbar machte.

Nichts desto trotz genoss ich die grandiose Atmosphäre und die Tatsache, dass ich bald im Ziel sein werde. Der emotionale Gedanke an den stimmungsvollen Zieleinlauf zog mich über die Runde vier. Dann war es so weit, nach einer Laufzeit von 3 Stunden und 34 Minuten durfte ich auf die „Road to Kona“ abbiegen und in der kleinen Arena auf dem "Frankfurter Römer" die Ziellinie überqueren.

Geschafft! Für mich war es natürlich nicht der Weg nach Hawaii, sondern nur der Weg zum Finishen in 10 Stunden und 16 Minuten. Ich war sehr glücklich und erleichtert meine erste Langdistanz mit einer tollen Zeit gesund über die Bühne gebracht zu haben.

Zusammenfassend gesagt: Es war ein Cocktail aus emotionalen Hochs und Tiefs, den ich aber nicht ausschließe mir noch einmal zu Gemüte zu führen. Die Organisation der Veranstaltung war prima, die Strecke hat eine besondere Atmosphäre, so dass ich diesen Wettkampf nur weiterempfehlen kann.

 

Teil 2  -  Und ein Bericht von unserem Ironman-erfahrenen Athleten – Johannes C. Mayer

...und Hawaii?
Der Traum lebt weiter!

Johannes mit Familie und dem Europameister Jan FrodenoEs hat eigentlich alles ganz gut angefangen. Dann nach dem Schwimmen schon 5 min langsamer als geplant. Aber das sollte noch kein Problem werden. Aber... bei KM80 auf der Radstrecke bekam ich die "blaue Karte" wegen angeblichen Windschatten-Fahrens! Für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Protest zwecklos. 5 Minuten Zeitstrafe! Dann waren es schon 10 min in Summe.

Der unbedingte Wille, diese Zeit wieder "reinzufahren" auf den letzten 105km war eigentlich utopisch. Auf der Laufstrecke dann noch KURZ mit Frodo mitgelaufen (100m). Dann machte der Magen zu.
42 km laufen ohne zu trinken bei 30 Grad. Das geht nicht lange gut. 

Johannes beim Laufen kurz begleitet von seiner FrauJohannes und Konrad im ZielWandertag einlegen! So hart war es noch nie in einem Wettkampf! Aber trotzdem gefinisht. Der letzten Slot für Haweii in der M45 ging für 9:48h über den Tisch. Eigentlich machbar. Aber hat vielleicht nicht sollen sein.  ...Weiterträumen...

 

Ergebnisse:


Jens Pruschke
:   10:16:11 Stunden / 60. AK 35

Schwimmen 1:13:23 / Rad 5:16:37 / Lauf 3:34:18

 

Johannes C. Mayer:   11:24:02 Stunden / 143. AK 45

Schwimmen 1:15:29 / Rad 5:26:21 / Lauf 4:33:13

 

Ein weiterer Neuling auf der Langdistanz

Konrad Mayer: 11:25:42 Stunden / 11. AK 18

Schwimmen 49:54 / Rad 6:05:05 / Lauf 4:21:36

 

Christa im Ziel beim Ironman Frankfurt

 

 

 

 

 

Die Frau im Feld der Post-SV Athleten

Christa Bewersdorff:
13:25:40 Stunden / 15. AK 50

Schwimmen 1:35:39 / Rad 7:05:14 / Laufen 4:50:11

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