Gelungene Trail-Premiere in Lichtenstein

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Am 01. Juni 2019 bestritt Lisa ihren ersten Trailwettkampf. Hier ihr Bericht:
Dass ich mit dem Rad lieber bergauf als bergab fahre hat sich mittlerweile sicherlich rumgesprochen. Und dass mir hügelige Laufstrecken, wie beispielsweise der Nikolauslauf in Tübingen, ebenfalls mehr liegen als flache, ist glaube ich auch kein Geheimnis mehr.
Das „Bergziegen-Gen“ in mir, die Affinität zu den Höhenmetern, der Spaß am Laufen und vor allem das Naturerlebnis, das ich im Wald und in den Bergen fernab von asphaltierten Straßen erleben kann, haben dazu geführt, dass ich mich in dieser Saison neben den Triathlon-Wettkämpfen auch etwas anderen, neuen sportlichen Herausforderungen stellen wollte. So bin ich am 01. Juni 2019 bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen bei meinem ersten Traillauf, dem Lichtenstein Trail, gestartet.
Knapp 23 km und ganze 1000 Höhenmeter galt es über Stock und Stein, durch grüne Wälder, blühende Wiesen und vorbei am Schloss Lichtenstein auf der schönen Schwäbischen Alb zu meistern.
 
Schon vor dem Start, beim Aufwärmen, habe ich mich als Neuling in der Trailrunning-Szene geoutet. Während ich 15 Minuten vor dem Start brav mein Warm-Up inklusive Skippings und Kniehebeläufe absolviert habe, haben sich die meisten anderen Starter noch entspannt in der Sonne unterhalten oder allenfalls ein lockeres Läufchen einmal um den Block mit ein paar Dehnübungen unternommen. Körner für später aufheben, lautete wohl die Devise - auch keine schlechte Strategie, wie ich schon kurz nach dem Start auf dem ersten knackigen und langen Anstieg am eigenen Leib erfahren durfte.
 
Die schmalen Pfade im Wald hinauf auf die Höhenzüge der Alb waren zum Teil so steil, dass sie kaum noch im „Renntempo“ laufbar waren. Viele Athleten vor mir wechselten immer wieder für kurze Zeit vom Laufschritt in ein zügiges Wandern. Da ich das vom Triathlon beziehungsweise von klassischen Läufen überhaupt nicht kannte, widerstrebte mir der Gedanke, „einfach schlapp zu machen“ und ein paar Schritte zu gehen. Also trabte ich tapfer weiter, in kleinsten Schritten, atmend wie eine Dampflock und mit einem Puls, der empirisch sicher nicht mehr messbar war. Nachdem das gut 3 Kilometer so gegangen war und ich mich fragte, wie ich die noch knapp 20 bevorstehenden jemals bewältigen sollte, sah ich vor mir eine Gruppe junger Männer, die schon so aussahen, als hätten sie‘s drauf und würden so etwas nicht zum ersten Mal machen. Und unvorstellbar - aber selbst sie verfielen an den extrem steilen Stücken in den Wanderschritt! Und das Beeindruckendste war, dass sie dabei nicht langsamer waren als ich mit meiner mühevollen Laufstrategie. Dann muss da vielleicht doch etwas dran sein, dachte ich mir. Warum eigentlich mühselig dahintrippeln, wenn ich schon so lange Beine habe. Und so ging schließlich auch ich doch immer mal wieder für kurze Zeit ins „speed hiking“ über und war überrascht, wie effektiv und ressourcensparend es ist - wieder was gelernt.
 
Am Ende überquerte ich in Lichtenstein-Unterhausen nach 2:15 h erschöpft aber total glücklich die Ziellinie meines ersten Trailwettkampfes und war mit dieser Zeit überraschenderweise und völlig unerwartet sogar die zweitschnellste Frau in der Gesamtwertung geworden.
Eine rundum gelungene Trailrunning-Premiere für mich also und eine grandiose Veranstaltung, die Lust auf mehr macht. In knapp zwei Wochen schon, am 15. Juni 2019, steht für mich das nächste große Saison-Highlight und Deutschlands größtes Trailrunning-Event an - der Zugspitz Ultratrail über die Basetrail XL-Distanz mit 39 km und knapp 2000 Höhenmetern. Nochmal eine Nummer größer, höher, weiter - dort werde ich sicherlich öfter auf das „speed hiking“ zurückgreifen.
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