Lasagne um 5 Uhr morgens

Vaetternrundfahrt 03

Pünktlich zur uns zugeteilten Startzeit um 20:12 Uhr starteten wir am Freitag, 13. Juni zur 49. Auflage der diesjährigen Vätternrundan (www.vatternrundan.se ), einer 300 km langen Radrundfahrt um den Vätternsee in Südschweden. Von Freitagabend bis Samstagvormittag machten sich vom Start-und Zielort Motala aus alle 2 Minuten 60 Radlerinnen und Radler auf den Weg zur europaweit größten Jedermann-/Jedefrau-Radsportveranstaltung, vom Hobbyfahrer bis zum sehr ambitionierten Radsportler. Die Vätternrundan gehört –neben dem Wasalauf, einem Geländelauf und einer Schwimmveranstaltung zu den „Svensk Klassikern“ und ist in Schweden ein sportliches Großereignis, mit Teilnehmern aus vielen Nationen.


Nachdem es mit der Online-Anmeldung im November glücklicherweise geklappt hatte (in 12 Minuten waren alle 23.000 Startplätze vergeben!) war die Rundan der Höhepunkt unseres 2-wöchigen Aufenthalts in Schweden. Bereits auf dem Campingplatz in Vadstena-13 km südlich von Motala direkt am See gelegen - stieg die Vorfreude und gespannte Erwartung der nach und nach eintreffenden Teilnehmer. Wir lernten dort mehrere erfahrene Rundfahrer kennen und verbrachen den Freitag mit meditativem Radputzen, Startnummer anbringen, Rucksack packen etc.. Mit ordentlichem Rückenwind ging es zunächst ganz locker auf guten, meist für den Autoverkehr gesperrten Straßen ca. 100 km ans Südende des langgestreckten Sees, wo wir –mitten in der kurzen schwedischen Nacht-das Versorgungsdepot in der Stadt Jonköping ansteuerten.
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Gelegentliche leichte Regenschauer konnten unsere Euphorie nicht trüben, die Begeisterung der Teilnehmer und der vielen Zuschauer am Streckenrand war überwältigend. Hier gab es in einer leer geräumten Lagerhalle neben den in allen 9 Depots standardmäßig angebotenen Brötchen, Salzgurken (unser persönlicher Hit),
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warmer Blaubeersuppe, Bananen, verschiedenen Säften, Honiggetränk, Energydrinks und Kaffee zusätzlich Köttbullar mit Kartoffelbrei und Grütze mit Marmelade. Wir ließen keines der Depots aus – nicht nur weil jedes Depot ein Erlebnis für sich war- in Ödeshög spielte z.B. eine Rockband-, sondern viel Kaffee auch dabei half, dem Körper zu signalisieren, dass das gemeldete Schlafbedürfnis zugunsten des Pedaltretens zurückzustellen ist.

Vaetternrundfahrt 03

Depot Ödeshög, km 47

Wir wussten auch, dass die nächsten 150 km an der Westseite des Sees nach Norden führen und uns heftiger Gegenwind ins Gesicht blasen würde. So kam es dann auch, mit Sonnenaufgang um ca. 3 Uhr legte der Wind noch weiter zu. Schön, wenn man dann für ein paar Kilometer immer mal wieder im Windschatten einer größeren Gruppe fahren kann oder sich die Führungsarbeit in immer wieder entstehenden Kleingruppen abwechselt. In Hjo nach ca. 170 km, unsere Lampen waren inzwischen längst ausgeschaltet, legten wir eine längere Pause ein, genossen die Versorgungsstationen direkt am wunderschön gelegenen Hafen und gingen dann in die Gemeindehalle, wo wir uns nicht nur aufwärmen konnten sondern auch – gewissermaßen zum Frühstück-die legendäre Lasagne mit Rohkostsalat genossen. Auch ein komplettes Frühstücksbuffet wurde hier angeboten.
Vaetternrundfahrt 04Am Hafen von Hjo, km 171

Bei blauem Himmel, weiterhin kaltem Nordwind und Temperaturen um 11 ° C ging es noch 80 km mit welligem Profil Richtung Nordspitze des Vättern (unsere Durchschnittsgeschwindigkeit ging langsam aber sicher nach unten),

Vaetternrundfahrt 05Depot Boviken, km 225

dann über die große Hammarsundetbrücke und schließlich in einem leichten Zickzackkurs die letzten 50 Kilometer mit überwiegend Rückenwind nach Motala. Nach 12:20 Stunden reiner Fahrtzeit ( + viereinhalb Stunden Pausen) war dort alles perfekt für unsere Zielankunft um 12:59 Uhr vorbereitet: Himmel und See in makellosem skandinavischem Blau, viele Zuschauer, alkoholfreies Bier, Hähnchen mit Reis bzw. Nudelsalat als Zielverpflegung. Die Stadt Motala war insgesamt im Ausnahmezustand,
Vaetternrundfahrt 06Motala, bewachtes Raddepot im Zielbereich

überall lagen RadsportlerInnen in der Sonne, erholten sich und hielten sich an die -von der Polizei tatsächlich punktuell kontrollierte!- Vorgabe, 6 Stunden nach Zielankunft nicht Auto zu fahren. Also fuhren auch wir zufrieden mit unseren Rädern zunächst zurück zum Campingplatz, duschten und erholten uns ein wenig und gingen dann nochmals nach Motala, wo bis zum Zielschluss um 24 Uhr auch spätabends noch RadlerInnen ankamen. Ein Blick in die Ergebnislisten im Computer zeigte uns, dass wir vom Post-SV Tübingen die einzigen Teilnehmer an diesem eindrücklichen Event waren.
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Fazit: Ein super Erlebnis und eine nicht nur angesichts der Dauer der Veranstaltung und Länge der Strecke perfekte Organisation. Nicht ausgeschlossen, dass wir auch 2015 beim 50-jährigen Jubiläum der Veranstaltung dabei sein werden.
Vaetternrundfahrt 08
See you in Motala!?

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