Elbaman 2013

 

Am Sonntag, 29. September 2013 fand auf Elba die 9. Auflage des dortigen Langdistanz Triathlon "Elbaman" statt. 3,8km Schwimmen im Meer, 180km Rad in drei Runden a 60km durch die grandiose Landschaft der Westküste mit gesamt 2800 Höhenmetern, sowie dem abschließendem Marathonlauf.

"Triathlon in Paradise" mit diesem Slogan werben die Veranstalter zurecht wegen der landschaftlichen Schönheit der Strecke, die aber auch wegen den vielen Höhenmeter und den steilen Abfahrten in der Triathlon Szene als sehr anspruchsvoll gilt.

 

Für den Renntag war ein Wettersturz mit Regen, Wind und Gewitter angesagt und tatsächlich im selbsternannten "Triathlonparadies Elba" hat am Sonntag jemand die Tür zum Vorhof der Triathlonhölle aufgemacht. Das ich (Bernd Gugel, 51 Jahre, Abteilungsleiter Triathlon des Post-SV Tübingen) ins Ziel kam verdanke ich nicht nur der eigenen Zähigkeit sondern auch dem Glück!


Ich hatte am Sonntagmorgen beim Anblick der heftigen Wellen wirklich Angst vor dem Meer und hoffte bis zuletzt auf eine Absage des Schwimmens. Eine Absage des Schwimmens war aber wohl kein Thema. Dafür wurde noch kurzfristig das Schwimmen im Neo erlaubt. Mit dem Auftrieb kann ich wenigstens nicht ertrinken, dachte ich. Und im Gegensatz zu Anderen hat mich das Meer nicht gleich wieder an den Strand zurückgeworfen sondern hat mich "schwimmen bzw. zappeln" lassen.

Ich überstand das Schwimmen und wechselte mit Zuversicht auf Rad.

Die erste 60km Radrunde dann bei leichtem Regen und Nebel in den Bergen, in der zweiten Runde dank starkem Wind ein Aufreißen der Wolkendecke, teils ein Abtrocknen der Straßen und alles schien gut zu werden. Doch dann zu Beginn der dritten Runde ein heftiges Gewitter mit Sturmböhen und Starkregen das mich im Berdorf San Ilario erwischte. Bei der Abfahrt hatte sich die Straße teils in einen Bach mit etlichem Treibgut verwandelt. Und da erwischte es mein Hinterrad. Plattfuß. Schlauchwechsel mitten im Gewitter. Und gleich ein paar Kilometer weiter nochmals hinten Plattfuß. Diesmal fand ich einen klitze kleinen Steinsplitter der im Mantel des Reifens steckte. Doch dann der Schreck beim Aufpumpen. Der Ersatzschlauch, mein letzter, verlor etwas Luft. Aber ich hatte Glück, die letzten 40km, musste ich zwar noch zwei Mal nach pumpen aber der Schlauch hielt und ich kam auf den teils vom Gewitter verwüsteten Strassen durch.

Auch die steile und super rutschigen Abfahrt vom höchsten Punkt der Strecke, dem Ort Marciana, hinunter zum Meer schlich ich sturzfrei runter. Jedoch hatte ich viel Zeit und vor allem den Anschluss zum Mittelfeld verloren.

Beim abschließendem Marathon, bei dem es kaum mehr regnete, merkte ich wie leer der Körper war. Erst nach einigen Kilometern, viel Cola, Gel, Riegel... kam ich allmählich in den Tritt. Das mit meinem unfallbedingten Laufdefizit nicht viel zu machen war, war mir bereits im Vorfeld klar. Aber mein Ziel war zu finishen und das habe ich, mit viel Glück, bei den extremsten Bedingungen, in den 27 Jahren seit ich diesen Sport betreibe, geschaff.

 

Nach 13:57 Std war ich als 92 Mann im Ziel. So lange war ich noch nie unterwegs. (Davor u. A. 11x Ironman gemacht, pers. Bestzeit 10:19 Std)

 

Noch ein paar Daten zum Elbaman:

Gemeldet waren 27 Frauen und 248 Männer

Ins Ziel kamen 16 Frauen und 162 Männer

86 Männer und 11 Frauen schieden im Verlauf des Rennen aus!

Also rund ein Drittel Nichtfinisher

 

Für mich war das Rennen von besonderer Bedeutung sollte es doch ein Comeback auf der Ironman Distanz werden. Ende Januar 2012 brach ich mir bei einem Arbeitsunfall (Ausrutschen auf nasser Laderampe) die Kniescheibe. Darauf folgten zwei Knieoperationen mit wochenlangem Gehen auf Krücken und monatelanger Reha in der BG Unfallklinik. Radfahren und vor allem Laufen musste ich erst wieder über verschiedene Zwischenstufen erlernen und dabei auch testen ob mein Unfallknie den Belastungen stand hält.

In diesem Sommer nahm ich an drei kurzen Rennen der Triahtlonliga und dem Mitteldistanz Triathlon in Malterdingen teil um mich so wieder an die Ironman Distanz heranzutasten.

Fazit: Comeback gelungen, Bestzeiten sind zwar keine mehr drin, dafür bin ich auch mit 51 Jahren zu alt, aber Ironman bin ich jetzt auch als Reha-Triathlet geworden.

2014 will ich beim Ironman France in Nizza starten!

 

Anbei noch ein Link zu einem Video Clip vom Elbaman 2013:  https://www.youtube.com/watch?v=J6z16ZS-b30&feature=player_embedded

 

 

 

 

 

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